Stena Germanica

2016-02-19 | Für Schiffsinsider | Keine Kommentare

Schiffsdaten
Geliefert im April 1967 von AS Langesunds Mek. Verksted, Langesund, Norwegen.
Länge: 110,8 m
Breite: 18,0 m
Brutto-Tonnage: 5072 BRT
Passagiere: 1301
Kabinenplätze: 384 + 150 Ruhesessel
LKWs: 15
PKWs: 200
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Geschichte
Die STENA GERMANICA hatte ein beeindruckendes und gewagtes Design. Die Abgasrohre hatte man im Achtermast hochgezogen, der auf diese Weise zum Schornstein wurde. Die Krängung des Oberbaus und der Masten war frech und modern und vermittelte einen Eindruck der beachtlichen Fahrkapazität der Fähre. Das Deckshaus war lang und hoch und ähnelte dem Aufbau eines Kreuzfahrtschiffes. Helge Olofsson, der technische Leiter der Reederei, hatte sich beim Design der neuen Fähre selbst übertroffen. An den Seiten des oberen Autodecks befanden sich Kabinenplätze. Die Tragfähigkeit der Fähre war nicht so hoch, weshalb nur wenige LKWs an Bord genommen werden konnten. Wenn schon das äußere Erscheinungsbild der Fähre imposant war, dann war es die Innenausstattung erst recht. Aber wie sollte es auch anders sein! Schließlich hatte man keinen Geringeren als den bekannten schwedischen Innenarchitekten Robert Tillberg mit der Aufgabe betraut! Die Schotten waren aus edlem Holz und die Möbel zeichneten sich durch ein exklusives Design aus. Das gesamte Interieur war in kräftigen Farben gehalten und verknüpfte moderne Stilelemente mit traditionellem Schiffsdesign.
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1968 erhielt die STENA GERMANICA im Zuge von Umbaumaßnamen einen Schlafbereich auf dem Achterdeck. Die Bettenkapazität erhöhte sich dadurch auf 609 Schlafplätze. Die Fähre war einige Jahre lang auf der Strecke nach Kiel im Einsatz, bis man sie 1973 durch ein Schiff mit höherer Tonnage ersetzte. Danach verkehrte sie eine Zeit lang auf der Linie Stockholm-Mariehamn, wo sie an ihrem Liegeplatz in der Stockholmer Innenstadt am Stadsgården in der Nähe von Slussen vor Anker ging und zu einem festen Bestandteil des Stockholmer Stadtbildes wurde.

In den Folgejahren fungierte die STENA GERMANICA als eine Art Ersatzfähre für die Linien der Stena Line von und nach Göteborg. Ab und zu leistete sie als Charter-Fähre im Mittelmeer und in der Irischen See ihre Dienste. Kurzzeitig verkehrte sie auch als Transportschiff zu den Ölplattformen in der Nordsee.
1979 wurde die STENA GERMANICA an die Reederei Corsica Ferries verkauft, wo man sie auf den Namen A. Regina taufte. Drei Jahre später lief sie während einer Charter für die Reederei Dominican Ferries vor Mona Island in Westindien auf Grund. An eine Reparatur war nicht mehr zu denken. Die ehemalige STENA GERMANICA wurde verschrottet.
Autoren: Anders Bergenek och Rickard Sahlsten

Karla Banitz

ist Produktmanagerin. Sie kennt sich gut in Skandinavien aus und berichtet hier über Sehens- und Wissenswertes rund um Stena Line und Reiseziele. Sie freut sich über Fragen und Kommentare.

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