Stena Stories: Älvsborgsbron im Sonnenuntergang und Stena Scandinavica im Kieler Hafen

Göteborg als Geburtstagsüberraschung

2017-05-03 | 50 Jahre Kiel-Göteborg | Keine Kommentare

Ihr wollt gerne euren Geburtstag feiern, möchtet aber gleichzeitig eine Auszeit? Schnappt euch euren liebsten Menschen und verbringt einen wunderschönen Tag in Göteborg. Johannes R. sagt euch, wie das geht.

Ein 30. Geburtstag ist etwas Besonderes! Deshalb war es für mich selbstverständlich diesen Tag besonders zu feiern. Nach langem Überlegen, wie ich den 31. März begehen wollte, entschloss ich mich aber nicht für eine große Feier, sondern für eine große Reise. Während des Big Sales bei Stena Line im Januar buchte ich heimlich eine Kabine und kaufte bei der Deutschen Bahn zwei Spartickets für die Strecke Ulm – Kiel und zurück. Von meiner Partnerin – Dorothea – wünschte ich mir ein besonderes Geburtstagsgeschenk: 72 Stunden Zeit. Mehr verriet ich nicht. So vergingen der Januar, Februar und März und ich freute mich zunehmend mehr auf meinen 30. Geburtstag. Ebenso freute ich mich, wenn mich Dorothea vor Ungeduld und Neugierde wegen der Geburtstagsfeier „löcherte“ und versuchte irgendwelche Hinweise zu bekommen. Sie versuchte es immer wieder, doch ich blieb mit einem großen Grinsen im Gesicht standhaft, versuchte sogar sie mit Falschinformationen abzulenken.

Eine Woche vor meinem Jubeltag übergab ich Dorothea eine Liste mit Einpackempfehlungen und dem Wetterbericht für das noch geheime Reiseziel. Ich vermute bis heute, dass sie daraufhin eine Vielzahl von möglichen Reiszielen hinsichtlich des Wetterberichts geprüft hat. Ich bat Sie am Freitag, den 31.03. um 05:30 Uhr mit gepacktem Rucksack „ausgehfertig“ zu sein.

Kurz bevor wir losgingen, bekam ich mein Geburtstagsständchen von ihr und sie äußerte ihre letzte Vermutung: „Johannes, fahren wir in eine Stadt, deren Name mit einem „g“ endet?“ Ich wich aus und fragte mich wie sie darauf gekommen sein könnte. Dorothea ist einfach eine schlaue und tolle Frau.

Mit der Straßenbahn fuhren wir schließlich zum Ulmer Hauptbahnhof und bestiegen den ersten Zug nach Donauwörth. Dies passte nun gar nicht zu Dorotheas Idee mit der „g“-Stadt und sie rätselte wieder über unser Ziel während ich zufrieden und glücklich grinste. Bei den Fahrkartenkontrollen achtete ich stets darauf, dass das Ticket nur vom Schaffner eingesehen werden konnte. Von Donauwörth aus fuhren wir mit dem ICE nach Hamburg. Dorothea war sich nun sicher, wir würden nach Hamburg reisen und dort ein herrliches Wochenende verbringen! Das stimmte nun auch mit dem „g“ am Ende des Städtenamens. Mit zunehmender Annäherung an Hamburg aber wurde ich nervös und schaute häufig auf mein Handy. Der Zug hatte leider fast 20 Minuten Verspätung und am Hamburger Hbf blieben uns nur 23 Minuten um auf den Zug nach Kiel zu wechseln. Es würde also knapp werden. Am Fenster des Zuges zog Hannover vorbei und Dorothea musste aus meiner Nervosität und der Tatsache, dass ich vor der Abreise kontrolliert hatte, ob sie ihren Personalausweis eingepackt hatte, die entscheidende Kombination getroffen haben. Sie fragte mich, ob wir nach Kiel fahren würden und dann wollte sie wissen wann wir unsere Unterkunft beziehen könnten. Ich antwortete, dass ein Check-In „so zwischen 17:00 und 18:00 Uhr“ möglich sei. Daraufhin fragte sie: „Könnte es sein, dass wir um 19:00 Uhr nicht mehr einchecken können, weil die Unterkunft dann nicht mehr da ist?“ Ich konnte vor lauter Grinsen und Vorfreude nicht mehr und antwortete: „Ja!“

Wir fahren also tatsächlich in eine Stadt mit „g“ am Ende des Namens. Allerdings nicht Hamburg, sondern Göteborg! Dorothea war sprachlos und ich freute mich über eine Geschichte zu meinen 30. Geburtstag, die wir noch lange erzählen werden können.

In Kiel angekommen – für das Umsteigen in Hamburg blieben uns ganze 2 Minuten Zeit – bummelten wir noch durch die Altstadt und gingen schließlich zum Schwedenkai, wo die „Stena Scandinavica“ in tollem Sonnenlicht weiß strahlend vor uns lag. Wir stellten uns in die Schlange der Schwedenreisenden, checkten ein und gingen schließlich die lange Gangway zum Schiff hinauf. Ich glaube, dass Dorothea es mir erst jetzt so richtig glauben konnte, dass wir tatsächlich „mal eben schnell“ übers Wochenende nach Göteborg fahren werden. An Bord wurden wir freundlich begrüßt und die beiden Musikerinnen luden uns zum Musikquiz am Abend ein.

Nach dem wir unsere Kabine – wir hatten sogar ein Upgrade bekommen und statt dem gebuchten Stockbett zwei Betten nebeneinander – bezogen hatten, suchten wir uns auf dem großzügigen Oberdeck der „Stena Scandinavica“ einen freien Platz in der strahlenden Sonne und packten unser mitgebrachtes Picknick aus. Der Kapitän betätigte dreimal das Schiffshorn und wir liefen langsam die Kieler Förde hinaus, in Richtung Schweden. Einfach ein perfekter, glücklicher Moment. Vorbei an Laboe mit dem markanten Marine-Ehrenmal steuerten wir die freie Ostsee an, während im Westen langsam die Sonne versank.

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht hatte ich am folgenden Morgen das große Frühstückbuffet, das wirklich keine Wünsche offen ließ, gebucht. Wir schlemmten uns durch allerlei schwedische Köstlichkeiten, beim frischen Hering angefangen und endeten bei Pfannkuchen mit Marmelade. Ein perfekter Start in den Tag. Leider war die Ankunft in Göteborg sehr neblig und wir hatten Mühe die Älvsborgsbron zu sehen, als wir nur wenige Meter darunter hindurchgefahren sind. Aber dies ließ unsere Laune nicht sinken, im Gegenteil. Wir waren ja in Schweden und da fühlen wir uns wohl – egal bei welchem Wetter.

Mit dem Tagesrucksack und der Kamera sowie mehren Tüten zum Verstauen der Einkäufe ausgerüstet, ging es mit der Straßenbahn in die Innenstadt von Göteborg. Dort erwachte so langsam das Leben und wir bummelten durch die vielen Läden und Passagen und kauften dies und das ein, unter anderem Andenken an diese tolle Reise. Den Nachmittag verbrachten wir in einem kleinen, gemütlich eingerichteten Café in Haga. Da uns vom Bummeln die Füße ein wenig schmerzten, fuhren wir mit der Straßenbahn durch das wunderbare Göteborg und konnten durch die Scheiben viele tolle Gebäude und „Ecken“ entdecken, die ein erneuter Besuch lohnt. Auf dem Rückweg zur Fähre füllten wir unsere Tüten mit schwedischen Lebensmitteln und mit Lördagsgodis damit wir die Reise zu Hause noch ein wenig kulinarisch nachgenießen konnten.

Auf der „Stena Scandinavica“ angekommen, beobachteten wir das Auslaufen und das millimetergenaue Wendemanöver auf dem schmalen Götaälv vom Oberdeck aus. Schnell ließen wir die imposante Älvsborgsbron hinter uns und winkten mit einem leisen „hej då“ der Stadt mit dem „g“ am Ende zu. Zurück in unserer Kabine galt es sich fein zu machen für das abendliche Buffet. Von vorhergehenden Fahrten auf der Route Kiel – Göteborg kannten wir die reichhaltige Auswahl an schwedischen Köstlichkeiten bereits und freuten uns sehr auf den Abend.

Mit toller Livemusik aus der Bar im Hintergrund genossen wir frischen Fisch, Meeresfrüchte, tolle Salate und ein großartiges Warmspeisenbuffet das keine Wünsche offen ließ. Zum Nachtisch gab es Mandeltorte mit viel Sahne und Eis. Köstlich! Den Abend beendeten wir mit einem kurzen Spaziergang über das Oberdeck der Fähre, bei dem uns eine steife Ostseebrise um die Nase wehte.

Nachdem unsere Rücksäcke und die Taschen mit den Einkäufen aus Göteborg gepackt waren, genossen wir am Sonntagmorgen noch das Einlaufen entlang der Kieler Förde und das Anlegemanöver der Fähre am Schwedenkai. Als wir über die lange Gangway in Kiel wieder von Bord gingen meinte Dorothea: „Johannes, ich glaube nicht, dass eine meiner Kolleginnen morgen auf der Arbeit so eine tolle Wochenende-Geschichte erzählen kann!“ „Ich weiß“,  sagte ich, „und deshalb werden wir diese Geschichte auch noch öfters erzählen!“ Wir lachten, waren aber auch ein wenig traurig, dass der schönste Teil der Reise schon wieder vorbei war.

Nach einem gemütlichen Bummel über den Kieler Flohmarkt, der am 2.4. in der ganzen Stadt stattfand, stiegen wir in den Zug nach Ulm, wo wir nur acht Stunden später müde aber glücklich angekommen sind!

Habt ihr euren Geburtstag auch schon mal in Göteborg verbracht? Welche Restaurants oder Unternehmungen könnt ihr Geburtstagskindern empfehlen, die ihren Jubeltag in der schwedischen Metropole verbringen möchten?

Karla Banitz

ist Produktmanagerin. Sie kennt sich gut in Skandinavien aus und berichtet hier über Sehens- und Wissenswertes rund um Stena Line und Reiseziele. Sie freut sich über Fragen und Kommentare.

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